Unsere liebe Autorin Nerina Rehl stellt sich dem Fragekarusell der Chapter Queens. Folgt ihr auf Social Media, um nichts zu verpassen. 💜

Genre/Schwerpunkt
Von Fantasy bis Science-Fiction – stets offen für Einflüsse aus anderen Genres
Besonderheit / USP
Vielfalt ist mein Antrieb: Immer offen für neue Eindrücke, lasse ich meine unterschiedlichen Interessen in meinen Geschichten aufeinandertreffen
Wie bist du zum Schreiben gekommen und was war dein erster bewusster Schritt in
Richtung Autorinnenlaufbahn?
Ursprünglich wollte ich Comics oder Webtoons machen. Dafür braucht man –
Überraschung – Geschichten, Plot und Charaktere. Also habe ich angefangen zu
schreiben. Da illustrierte Geschichten allerdings ziemlich zeitaufwendig sind, habe ich
mich zunächst aufs Schreiben konzentriert. Und daraus ist dann meine neue Leidenschaft
entstanden, die mir genauso viel Spaß macht wie das Zeichnen. Heute kombiniere ich
beides, was doppeltes kreatives Leiden bedeutet, aber auch doppelt so viel Freude.
Du warst eine der ersten Queens, die bei uns unterschrieben haben und sorgst bis
heute für eine wundervolle Atmosphäre. Wie hat es sich für dich angefühlt, den
Verlagsvertrag zu unterschreiben?
Als ich mit Social Media angefangen habe, war ich sehr unsicher, ob sich überhaupt
irgendwer für das interessiert, was ich mache. Umso surrealer war es, dass ich für euch
als Queen infrage kam und das in einem so frühen Stadium, sowohl für mich als Autorin
als auch für euch als junger Verlag. Ich war begeistert, dankbar und ehrlich gesagt fast
schon ungläubig. Aber die Themen, die ich in meinen Geschichten aufgreife, sei es eine
Bromance, immer eine Prise Humor, selbst in düsteren Welten oder die Mixtur aus
verschiedenen Genres, scheinen also doch nicht falsch zu sein.
2026 erscheint dein Debüt im Selfpublishing – wir feiern das sehr! Wir durften ja schon
reinlesen und freuen uns darauf, Nero auf seiner Reise zu begleiten. Was war für dich die
größte Herausforderung im Selfpublishing?
Es ist überwältigend, wie viel neben dem eigentlichen Schreiben noch dazugehört.
Plötzlich ist man Autorin, Projektmanagerin und Marketingabteilung in einer Person. Die
größte Herausforderung ist für mich, dranzubleiben. Aber gerade in den Momenten, in
denen die Selbstzweifel laut werden, erinnere ich mich daran, dass ich endlich Neros
Reise mit der Welt teilen möchte. Während er Elementarmagie lernt, lerne ich, wie man
ein Buch veröffentlicht. Auch wenn es manchmal anstrengend ist – fast so schwer wie
Feuerbällen auszuweichen – gebe ich nicht auf.
Was hat dich auf diesem Weg am meisten frustriert – und warum?
Ganz klar: Zeit. Neben einem Vollzeitjob, dem ganz normalen Alltag und
gesundheitlichen Hürden bleibt oft weniger Zeit fürs Schreiben oder Organisieren, als man
gern hätte. Ich komme langsamer voran als geplant, was durchaus frustrierend sein kann.
Aber der Gedanke, dass da draußen vielleicht auch nur eine einzige Person mein Buch
irgendwann so sehr liebt wie ich beim Schreiben, treibt mich voran. Selbst wenn nicht
immer alles klappt wie geplant, bleibe ich trotzdem dran.
Und was hat dich dafür besonders glücklich gemacht?
Zu sehen, dass etwas entstanden ist, das wirklich meins ist. Ich habe viel gelernt,
bin gewachsen und habe etwas geschaffen, auf das ich stolz bin und das kann mir
niemand mehr nehmen. Im Gegenteil: Ich freue mich riesig darauf, dass LeserInnen bald
Nero kennenlernen und seine Reise selbst miterleben können.
Die Letzte Bindung (Arbeitstitel) erscheint 2026 bei uns im Verlag. Magst du unseren
Leser*innen schon ein bisschen darüber erzählen?
Klar! Was passiert, wenn eine düstere und raue Welt wie die von The Witcher auf
den Twist von Mulan trifft? Aus dieser Frage entstand Die Letzte Bindung: Caelín, eine
getarnte Soldatin, jagt ein mystisches Wesen, um sich von dem fatalen Pakt zu befreien,
den sie mit dieser Kreatur eingegangen ist. Denn was sie damals nicht wusste: Jeder, den
sie liebt, stirbt durch diesen Pakt. Doch was, wenn sie sich ausgerechnet während dieser
Mission verliebt? Welche Entscheidungen wird sie treffen und welche Opfer wird sie
bringen müssen?
Magst du generell einen Ausblick geben, welche weiteren Projekte oder Werke du in
Zukunft planst?
Bei mir wird man fast alles im Bereich Fantasy und Sci-Fi finden, gern auch in
Kombination. Bereits geplant ist eine Romance mit rivalisierenden Clans in einer
Cyberpunk-Welt, aber auch eine Urban Fantasy über einen Unterwelt-Kommissar und ein
süßes Goth Girl, das Flüche verkauft. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Wie stehst du zum Thema KI in der Buchbranche – Chance, Risiko oder beides?
Definitiv beides. Ich könnte da sehr weit ausholen. Aber aktuell sehe ich das größte
Problem darin, dass viele nicht wirklich verstehen, was KI ist und was sie kann. Oder eben
nicht kann. Sinnvoll eingesetzt könnte sie lästige Routinearbeiten übernehmen, damit wir
Menschen uns auf die schönen Dinge konzentrieren können, wie Kunst zu erschaffen:
Geschichten, Illustrationen, Cover. Gleichzeitig finde ich es schade, dass die
Wertschätzung für menschlich geschaffene Kunst sinkt und man sich zunehmend mit
halbherzigen KI-Texten oder -Bildern zufrieden gibt. Umso mehr freut es mich zu sehen,
dass es noch Menschen gibt, die Wert darauf legen, dass Bücher und Kunst von
Menschen erschaffen werden, statt aus einem Datenpool zusammengepuzzelt.
Wenn du in einer Fantasywelt leben müsstest, welche wäre es und warum gerade
diese?
Ich bin furchtbar schlecht darin, mich bei sowas zu entscheiden und realistisch
betrachtet würde ich in den meisten Fantasywelten keine fünf Minuten überleben. Daher
vielleicht Night City aus Cyberpunk 2077: Mit fancy Upgrades, nachts mit dem Bike durch
die Stadt cruisen – sollte ich dabei draufgehen, wäre das zumindest ein stylischer Abgang.
Alternativ könnte ich mir vorstellen, als Ninja in Konoha (Naruto) zu leben.
Du bist Jurymitglied des ChaWriMo. Wie fühlt es sich für dich an, Rohentwürfe zu
lesen, zu beurteilen und damit vielleicht sogar ein wenig zu prägen?
Es ist unglaublich inspirierend zu sehen, was innerhalb eines Monats entstehen
kann. Natürlich sind es Rohentwürfe, aber genau das macht sie spannend. Zu wissen,
dass diese Texte noch wachsen werden. Und wenn ich dabei ein Stück helfen kann, freut
mich das sehr.
Welche Tipps würdest du Debütautor*innen mit auf den Weg geben, die gerade erst
anfangen?
Gebt nicht auf. Selbstzweifel sind absolut normal (auch später noch). Wichtig ist,
dass ihr einen Weg findet, mit ihnen umzugehen, ohne euch zu sehr runterziehen zu
lassen. Das habe ich selbst auch lernen müssen. Schreibt die Geschichten, die ihr selbst
gern lesen würdet, und lasst euch nicht zu sehr vom Markt treiben. Seid euer größter Fan.
Nur dann könnt ihr auch andere begeistern.
Welche Autor*innen der heutigen Zeit inspirieren dich besonders – und weshalb?
Das wechselt bei mir regelmäßig, aber aktuell hat es mir T. Kingfisher sehr angetan.
Ich liebe, wie sie düstere Welten mit Humor verbindet. Im deutschsprachigen Raum habe
ich zuletzt viele Bücher von Marie Grasshoff gelesen – vermutlich, weil sie genau die
Genres bedient, in denen ich mich selbst am wohlsten fühle: Fantasy & Sci-Fi.
In welchen Genres oder Genre-Mixes möchtest du in den kommenden Jahren gerne
schreiben?
Und: Werden wir von dir auch Female-Rage-Geschichten lesen können?
Ich glaube, alles, was ich schreibe, ist automatisch ein Genre-Mix. Ich folge eher
meiner Neugier als festen Schubladen. Und wenn in einer Fantasywelt plötzlich Nanobots
Sinn ergeben, dann baue ich sie ein (wie zum Beispiel in meinem Debüt). Eine reine
Female-Rage-Geschichte ist aktuell nicht geplant, aber meine weiblichen Figuren sind
meist selbstbewusst, eigenständig und sehr meinungsstark. Wie beispielsweise Candela
(Neros Freundin) oder aber Caelín aus Die Letzte Bindung.
Und weil Rebellion ein Teil von Female Rage ist, füge ich diesem Interview einfach selbst
noch eine letzte Frage hinzu:
Wie wird dein Debüt heißen?
Broken Water – Brennende Gezeiten.